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Neues aus der Familienküche: Joghurtkuchen und der Grund warum meine Kinder (fast) alles essen.

Als ich schwanger war, gab es diesen Hype um DAS Buch: „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind“ von Pamela Druckerman. Kein Elternpaar, das wir kannten, hatte dieses Buch nicht NICHT gelesen. Alle werdenden Elternpaare hatten das Buch teilweise sogar schon zweimal durch. „Müsst ihr lesen!“, „Knaller-Buch“, „Da wisst ihr wie es geht“, „Also, wir werden unser Kind in jedem Fall auch so erziehen. Klare Regeln!“. Klare Regeln, alles klar? Nee, gar nichts war mir klar, denn ehrlich gesagt, haben wir uns nie mit dem Thema Erziehung beschäftigt. Das einzige was wir wussten: Spätestens Mitte August stehen hier zwei Mädels auf der Matte, die vorhaben für eine Weile zu bleiben und denen wir irgendwie beibringen wollen, dass es total schön ist, dass sie da sind (und die wir uns sehnlichst gewünscht haben), aber wir deswegen nicht bereit sind unser bisheriges Leben komplett aufzugeben. Heisst: wir wollen nach wie vor essen gehen (ob morgens, mittags, abends ist uns egal), wir wollen nach wie vor lange schlafen und an einem Samstag NACH 11 Uhr auf dem Markt einkaufen gehen, Croissants essen, Kaffee trinken und in den Tag hineinleben. Und – ganz wichtig – wir wollen nicht für die nächsten Jahre Nudeln mit Tomatensoße essen. Und das bitte mit so wenig wie möglich Theater. Am besten mit gar keinem. Soviel zu unseren Regeln.
Und dann sind wir unseren Babymoon geflogen, ich schob eine ordentliche Kugel vor mir her und brauchte ein Buch für den Urlaub. Dreimal dürft ihr raten welches Buch ich mir mitgenommen habe. Worum es in diesem Buch geht? In der Kurzfassung: Eine Amerikanerin landet mit Mann und Kind in Paris und versucht sich dort mit den Gepflogenheiten der französischen Kindererziehung auseinander zusetzen bzw. danach zu leben. Schwarz trifft weiß, amerikanische Gemütlichkeit trifft französische Disziplin. Ja, die französische Erziehungsmethode wird seit einiger Zeit in Frage gestellt: Nach 3 Monaten zurück in den Job, nach 3 Monaten Pre-Baby-Body, Einschlafen aka Durchschlafen nach 4 Monaten,… die  Liste ist endlos weiter zu führen. Und ich kann nicht sagen, dass ich mich auch nur an einer Sache orientiert habe. Bis auf eine: Das Kinder alles essen sollten, dass es keine Einschränkungen gibt (bis auf Honig unter 1 Jahr, etc.), dass man versuchen sollte, den Kindern die spannende Welt der Lebensmittel näher zu bringen. Ihnen Gerüche, Texturen, Geschmäcker zeigen soll. Und: das es nichts verbotenes gibt. Unsere Kinder dürfen seit sie etwas um ein Jahr waren, sogar Süßigkeiten essen. Einmal am Tag, zum Nachmittagskaffee. Und dann dürfen sie entscheiden was sie essen wollen. Gummibärchen, Keks, Smarties, Eis, Kuchen,,… – whatever! Und ich kann sagen, dass sie nicht nach jedem Stück Süßem schielen. Weil sie es hier Zuhause eh bekommen.
Wusstet ihr, dass es in einem französischen Kindergarten Essenspläne gibt, die jeden Tag ein anderes Essen vorsehen? Es gibt nicht an einem Tag im Monat etwas doppelt. Wenn es an einem Tag Kartoffeln in Form von Püree gab, dann gibt es an den anderen Tagen garantiert etwas anderes. Auch schön, was ich mir sehr für die Einführung in die Familienküche angewöhnt habe: wenn eines der Mädels etwas nicht mochte, wie z.Bsp. Pilze in Scheiben, dann habe ich es anders probiert, sie z.Bsp. in kleine Stücke geschnitten. Denn nur weil das Kind etwas nicht essen mag, heisst es noch lange nicht, dass es das Essen nicht mag. Vielleicht liegt es an der Konsistenz oder der Kombination. Die Kinder wissen doch selbst noch gar nicht was sie mögen geschweige denn über die Vielfalt des Essens. Es ist unsere Aufgabe es ihnen zu zeigen und sie an all diese wunderbaren Dinge heranzuführen. Uns hat das Riesen-Spaß gemacht.
Es gibt fast nichts, was die Mädels nicht essen. Natürlich gibt es Lieblingsessen und Lebensmittel, die sie gar nicht mögen, aber es gibt sehr sehr selten die Situation, dass ich etwas anderes aus dem Kühlschrank holen muss, weil ein Kind das Essen nicht mag.

Alleine für diesen Ansatz hat sich das Lesen dieses Buches gelohnt. Vielleicht hätten wir intuitiv genauso gehandelt, aber so sind wir uns dieses Ansatzes bewusst. Vielleicht hatten wir auch einfach Glück, dass unsere Mädels so wunderbare, unkomplizierte Esser sind. Aber ich glaube auch sehr daran, dass die Kinder sich alles abschauen, auch das essen.

Nur zur Ergänzung: Unsere Kinder sind bis heute nicht in der Kita wie französische Kinder nach 3 Monaten. Und abgestillt waren sie da auch noch nicht. Den Pre-Baby-Body hatte ich auch nach 9 Monaten noch nicht und schreien lassen, haben wir die Mädels nie. Aber: jeder muss sein persönliches Erziehungskonzept finden. Für mich liegt nur sehr viel Beruhigung in der Tatsache, dass wir alle gemeinsam am Tisch sitzen können und nicht 2-3 verschiedene Gerichte vor uns stehen und auch das Essen meistens sehr harmonisch abläuft.

So, genug gesabbelt. Bei uns gab es letztens den Joghurtkuchen aus dem Buch als „Goûter“ zum Nachmittag. Und was soll ich sagen: Die Mädels haben ihn weggefuttert wie nichts.

Hier das Rezept für einen Kuchen:
200g griechischen Joghurt
2 Eier
150g Zucker
1 TL Vanillezucker
100ml Öl (ich habe mildes Olivenöl verwendet, wer Olivenöl mag, wird es lieben, alle anderen verwenden besser geschmacksarmes Öl, wie z.Bsp. Sonnenblumenöl)
600g Mehl
1,5 TL Backpulver
250g gefrorene Beeren
Crème fraîche

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Eine Kastenform einfetten. Joghurt, Eier, Zucker, Vanillezucker und Öl miteinander vermengen. In einer anderen Schüssel das Mehl und Backpulver vermischen. Die trockenen Zutaten mit den feuchten vermischen und vorsichtig verrühren, bis sich alles gut verbunden hat. 250g gefrorene Beeren dazugeben. Den Kuchen 35  Minuten backen. Falls die Garprobe danach noch negativ ausfällt, noch 5 Minuten weiter backen, evtl. den Kuchen mit Backpapier abdecken. Der Kuchen sollte außen knusprig und innen weich sein. Abkühlen lassen. Zu Tee und mit einem Klecks Crème fraîche schmeckt der Kuchen schmeckt der Kuchen ganz besonders lecker…

*Mohltied*

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