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Feine Aufstriche für’s Abendbrot. Oder für zwischendurch.

Je schwangerer ich werde, desto mehr muss ich an meine eigene Kindheit zurückdenken. An Rituale, die wir Zuhause hatten. An Gewohnheiten. Und an Gewohntes, dass ich mir abgewöhnt habe.
Bei uns Zuhause gab es zum Abendbrot: Abendbrot. Frisches Brot, Aufschnitte, Käse, Gurken, Tomaten, – das war’s. Und vor allem: Gespräche am Küchentisch, an dem wir in trauter Dreisamkeit zusammensaßen und eigentlich immer verdammt viel Spaß hatten (zumindest ist das die Erinnerung, die ich habe. Und das ganz im Gegenteil zu morgens. Frühstücken fand ich früher irgendwie immer doof).
Bei meinen Eltern ist das heute noch so. Also, das mit dem Abendbrot. Und es geht Ihnen gut damit (soweit ich weiß, zumindest sehen sie nicht schlechter aus als zu dem Zeitpunkt an dem ich ausgezogen bin…).
In jüngeren Haushalten wird das klassische Abendbrot – warum auch immer – total verteufelt. Bloß keine Kohlenhydrate. Und nach 18 Uhr am besten gar nichts mehr essen (witzig, wie soll man das denn machen wenn man erst nach 18 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt?).
Auch bei uns ist das Abendbrot irgendwie verschütt gegangen. Und damit auch ein bisschen Esskultur. Meistens essen wir im Sommer Salat – im Winter dann etwas frisch gekochtes. Ähem…manchmal auch vorm Fernseher… Aber Brot? Das gibt es bei uns selten, zumindest nicht am Abend. Eigentlich schade, denn ich liebe Brot – in allen Ausführungen. Dazu ein leckerer Aufstrich, Käse, Senf oder Marmelade, frisches Gemüse und meine Lieben am Tisch und der Abend ist für mich gut. Abschalten, über den Tag sprechen, über morgen oder einfach über irgendwas – das ist für mich Abendbrot wie ich es von Zuhause kenne. Warum also gibt es im Hause Siegemund kein anständiges Abendbrot? Daran muss sich dringend etwas ändern.

In dem neuen Kochbuch „Die grüne Küche“ von David Frenkiel und Luise Vindahl, die einen wunderbaren vegetarischen Foodblog betreiben, gibt es herrlich entspannte und schöne Einblicke in das, vor allem kulinarische, Familienleben. Obwohl eigentlich vegetarisch, geht es für mich hierbei weniger um gesundes Essen (das tun wir in der Regel sowieso) – das ist ein netter Nebeneffekt um neue Rezepte auszuprobieren. Vielmehr hat mich dieses Buch so gepackt, weil es dabei um gemeinsames Essen mit der Familie geht. Ob in großer Runde mit der ganzen Familie oder eben nur zu dritt mit ihrer kleinen Tochter. Alle gemeinsam an einem Tisch – an dem geredet, diskutiert und gelacht werden darf. Ohne Fernsehen, ohne Handy. Nur die liebsten Menschen um einen herum. Das will ich ab sofort öfter.

Wie sieht denn euer Abendbrot aus? Bin ich die einzige, die das klassische Abendbrot aus dem Haus verbannt hat?

Bei unserem letzten Abendbrot habe ich zwei Aufstriche ausprobiert – und für sehr lecker befunden. Hier die beiden Rezepte – eigenen sich übrigens auch super zum Verschenken (gerade weil sich beide Aufstriche nur 1-2 Wochen im Kühlschrank halten…aber die sind so lecker, die halten es bestimmt nicht länger als ein paar Tage aus!) – und weil so lecker hier auch nochmals der Link zur Rhabarbermarmelade – die passt so herrlich zum Ziegenkäse.

 

Paprika-Rosmarin-Aufstrich:
3 große rote Paprikaschoten
75g Sonnenblumenkerne
1 Prise Cayennepfeffer
Meersalz
Saft von 1/2 Zitrone
2 Zweige Rosmarin, Blätter abgezupft

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Die Paprikaschoten halbieren, entkernen, auf ein Backblech legen und ca. 40 Minuten rösten, bis sich schwarze Blasen bilden. Aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen.
Inzwischen die Sonnenblumenkerne mit Cayennepfeffer und Salz in einer Pfanne rösten. Wenn die Paprikaschoten abgekühlt sind, die Haut abziehen, hacken und in einer Küchenmaschine oder einem Standmixer mit den Sonnenblumenkernen, dem Zitronensaft und dem Rosmarin fein pürieren. Abschmecken und eventuell nachwürzen. In ein luftdicht verschließbares Glas füllen. Der Aufstrich hält im Kühlschrank bis zu zwei Wochen.

 

Salbei-Walnuss-Pâté:
200g in Öl eingelegte Tomaten
200g Walnusskerne, in kaltem Wasser über Nacht eingeweicht
10 Salbeiblätter
Meersalz
Pfeffer

Tomaten abtropfen lassen, den Salbei hacken. Alle Zutaten mit 2 EL Wasser mit einem Pürierst fein pürieren bis eine dicke Paste entsteht. Falls diese zu dick wird, etwas Wasser dazugeben. In ein luftdicht verschließbares Glas füllen, hält sich bis zu einer Woche. (Wie oben erwähnt, ist diese Menge sehr reichhaltig. Also entweder die Hälfte machen oder einfach 1-2 kleine Gläser verschenken – das freut sich garantiert jeder drüber!)

*Mohltied

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