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Artischocken-Essen wie Gott in Frankreich

Am Wochenende ist meine Freundin Connie aus Ihrem USA-Urlaub wiedergekommen. Mitgebracht, hat sie diesmal ein Rezept ihres Schwiegervaters, der (ach wie praktisch) in den Staaten lebt. Ehrlicherweise muss ich ergänzen: Vom Hörensagen ist Connies Schwiegerpapa ein wahrer Meisterkoch (vielleicht liegt das an seinen italienischen Genen…). Jedes Mal wenn ich die Schwiegerpapa-Geschichten höre, wundert es mich, dass er das Fleisch, was ihm auf den Teller kommt, nicht selbst erlegt. Zumindest „aged“ und räuchert er selbst und kann noch ganz viele andere, tolle Sachen. Wie zum Beispiel Artischocken lecker zubereiten. Connie kann das jetzt auch und hat das Rezept bei mir zu Hause nachgekocht.

Für mich war es eine Premiere. Ich hab noch nie vorher Artischocken zubereitet und kenne sie nur eingelegt und im Glas vor-sich-hin-stehend aus dem Supermarkt. Nicht einmal als Pizzabelag sind die Artischocke und ich Freunde geworden. Für mich war sie bisher ein hübsches Stillleben als Deko in einer noch hübscheren Vase. Aber diese Zeiten sind jetzt vorbei!
Artischocken, macht euch auf was gefasst. Ab sofort wandert jede von euch bei mir in den Backofen! Gefüllt nämlich mit dem Schwigerpapa-Dip in Connie-Variation! Ab heute werden Blumen wieder zu Blumen und Gemüse zu etwas Essbarem. Viva la Revolutión! Und bon Appétit!

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Hier das Rezept, als Vorspeise für 4 Personen:

1 Artischocke
eine 1/2 Zwiebel
4-5 Sardellenfilets
Limette (oder Zitrone oder Weisswein)
Olivenöl
ein gutes Stück Parmesan
2 EL griechischen Yoghurt
Salz Pfeffer

Als Erstes den ofen auf 180 Grad vorheizen.
Artischocke Stiel abschneiden und in Salzwasser ca. 25 Min kochen, abkühlen lassen. Die Spitzen der einzelnen Blätter (am besten mit einer Schere) abschneiden, weil hart und ungeniessbar. Die Artischockenblätter auseinanderziehen und aufblättern. Parmesan reiben und beiseite stellen. Die Zwiebel in kleine Stücke schneiden, und mit den Sardellenfilets (und wer mag, nocht etwas Knoblauch) in Olivenöl anbraten, bis die Sardellen „schmelzen“. Dann mit Limettensaft (oder Zitrone oder Weisswein) ablöschen. Jetzt zwei EL Yoghurt einrühren und die Hälfte vom Parmesan untergeben. Alles miteinander vermischen, damit eine Masse entsteht, die nicht zu flüssig ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Nun mit einem kleinen Löffel jedes Artischockenblatt „stopfen“. Die gestopfte Artischocke in eine hübsche Auflaufform geben und mit dem restlichen Parmesan bestreuen. Ab in den Ofen und ca. 10 Minuten überbacken, darauf achten, dass der Parmesan nicht verbrennt und die Artischocke nicht schwarz wird.
Aus dem Ofen nehmen und sofort in der Mitte des Tisches servieren. 

Und so wird sie gegessen: Einzeln die Blätter herausziehen und auslutschen. Wenn ihr glaubt, die Artischocke ist augegessen, kommt das Beste: Das Herz vom Rumpf und den Haaren befreien, vierteln und ebenfalls verspeisen.

*Mohltied*

P.S. Am besten stellt ihr direkt jedem einen Teller für Abfälle bereit. Wer den hübschesten Stapel gemacht hat, bekommt ein „Oh wie hübsch“. Wer den größten Stapel hat, was auf die Finger…

still

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